Es gibt kein Recht auf Israelkritik

Justus-in-detmold-web„Jude, Jude feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“.  So und ähnlich hallte es in diesem Sommer, genauer: während des letzten Gaza-Kriegs durch die Straßen deutscher und europäischer Großstädte. Synagogen wurden angegriffen und als  „jüdisch“ identifizierte Menschen bzw. solche, die sich öffentlich mit Israel solidarisierten, physisch attackiert. Die Täter waren keine bestiefelten Nazis, sondern junge männliche Moslems.  „Allahu Akbar“ und „Tod den Juden“ krakeelend, schwenkte dieser antisemitische Mob die palästinensische Flagge, die sich damit einmal mehr als die Fahne des dschihadistischen Terrors erwies.

In Essen zum Beispiel kam es am 18. Juli zu Flaschen- und Feuerzeugwürfen auf eine pro-israelische Gegenkundgebung. Untermalt wurde dieses Szenario durch „Adolf Hitler! Adolf Hitler“-Rufe. Der WDR meldete damals lapidar: „Es hat keine Anzeichen dafür gegeben, dass sich Extremisten unter diese Demonstration gemischt haben […] Bisher ist es alles ein bisschen brisant, aber friedlich.“ Nicht nur beim WDR wurden diese und andere antisemitische Ausschreitungen verharmlost und versucht, Israel die Schuld für die Aufregung junger Männer auf Deutschlands Straßen in die Schuhe zu schieben. So titelt beispielsweise die taz zum Angriffskrieg der Hamas und den israelischen Verteidigungsaktivitäten:  „Israel provoziert dritte Intifada“.

Nicht allein dass die Partei DIE LINKE schon Organisator der erwähnten Demonstration in Essen war, nein, die Bundestagsabgeordnete Inge Höger und andere Parteimitglieder sind Unterzeichner des „Appells der bundesweiten Bewegung für einen gerechten Frieden in Nahost“.  Auf deren Homepage heißt es:  „Wir solidarisieren uns mit dem Recht auf Widerstand der Palästinenserinnen und Palästinenser gegen das Besatzungsregime.“ Womit Israel gemeint ist.

Frau Höger soldiarisiert sich, unter Verweis auf die Charta der Hamas, in der das Existenzrecht Israels bestritten wird, mit dem eliminatorischen Antisemitismus der palästinensischen Führung. Was all diese Menschen eint, ob Redakteure und Auslandskorrespondenten verschiedenster Medienanstalten oder Parteigänger der LINKEn, ist ihr vehement vorgetragenes  „Recht“, Israel kritisieren zu dürfen. Inzwischen haben sich alle Verantwortungsträger der Bundesrepublik pflichtschuldig von den antisemitischen Ausschreitungen von insgesamt Tausenden Jubelpalästinensern distanziert und nicht minder pflichtschuldig hinzugefügt, dass es selbstverständlich legitim sei, Israel zu kritisieren. Dass Israelkritik und Antisemitismus das gleiche sind und der Mob auf der Straße nur auf seine Weise von diesem „Recht“ Gebrauch gemacht hat, kommt in solchen Erklärungen nicht vor.

Wer sich dieser Tage gegen Freunde Israels stellt, begeht schon den Schulterschluss mit den antisemitischen Lumpen und deren dschihadistischem Glaubensbekenntnis. Wer es mit seiner Kritik am Antisemitismus ernst meint, der kommt nicht umhin, sich kompromißlos hinter den jüdischen Staat zu stellen.

Vortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller, Redakteur der Zeitschrift Bahamas

Freitag, 3. Oktober 2014, 19:30 Uhr
Alte Pauline, Detmold

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8 Kommentare zu Es gibt kein Recht auf Israelkritik

  1. apple sagt:

    Hallo,

    die eigentlich übliche Frage: Wird es einen Mitschnitt geben?

    Danke!

  2. Peter Paul und Marie sagt:

    Keine Bühne für Anti-Linke und Anti-Antifaschistische Hetzer.
    Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg !
    Schmeisst Wertmüller aus der Pauline raus !

    • Keine Bühne für Peter Paul und Marie sagt:

      Peter, Paul und Marie wissen, linker Pluralismus gilt nur, solange niemand israelsolidarisch ist.
      Auch haben Peter, Paul und Marie in Geschichte aufgepasst. Faschismus ist zwar irgendwie blöd, aber Krieg kurbelt die Gewaltspirale nur weiter an. Hätten die ganzen Shoah-Überlebenden in der Besserungsanstalt Auschwitz nur aufgepasst, als die Deutschen ihnen beibringen wollten, friedlich mit der Umwelt zu leben, dann wäre Israel bestimmt auch nicht so ein faschistischer Gaunerstaat, der sich absolut unfriedlich gegen Antisemiten wehrt.

      • FCK ANTIDs Supporter sagt:

        Dafür braucht man Leute die im NPD-Jargon über Linke labern wie Wertmüller? gott diese SteinzeitAntiDs mit NahostPsychose.
        FCK ANTIDs

  3. Pepe sagt:

    Seit wann findet menschenverachtende Propaganda Raum in der alten Pauline?!
    Und seit wann lässt man sich das Recht auf Kritik, ganz egal an welchen Thema, nehmen???
    Schaut euch doch die Beiträge von dem Justus Weerthmüller bitte an und überlegt nochmal ob ihr eine Diskussionsrunde mit diesem Menschen haben wollt…

    • Esther sagt:

      Lieber Pepe,
      ich habe mich – nach diesen schauderhaften Wochen, in denen auf Deutschen Straßen w i e d e r einmal die Vernichtung von Juden gefordert wurde – sehr gefreut, eine Veranstaltung mit diesem Titel zu sehen. Dazu noch in einem linken Etablissement (!), welche bekanntlich meist nur Mitgefühl mit bereits toten Juden zeigen können. Nimmt man dazu den Leitsatz vieler linker Bewegungen: »N i e w i e d e r!« ernst, so ist es doch wirklich mehr als zweifelhaft, was an einer Veranstaltung – die die vermutlich größten antisemitischen Aufmärsche seit 1945 kritisiert – »menschenverachtende Propaganda« sein soll? Erklären Sie mir das bitte einmal.

      Nun zur Frage, wann einem sein Recht etwas zu kritisieren genommen werden kann: Unter zivilisierten Menschen? Gar nicht. Bei Kriminellen kann man da schon mal eine Ausnahme machen. Ein Vergewaltiger beispielsweise, kann schließlich sein Opfer auch nicht strafmildernd kritisieren, dass es einen zu kurzen Rock trug.

      Bei Deutschen heißt das Verbrechen aber Holocaust oder besser Shoa. Zum einen war das der barbarischste Bruch mit der Zivilisation und zum anderen die zwingende Notwendigkeit für die Gründung des Staates Israel. Trotz dieses Verbrechens gibt es aber kein Deutsches Gesetz, welches Kritik an Israel unter Strafe stellt. Im Gegenteil: die Deutsche Öffentlichkeit ist randvoll mit abartigen Lügen und Gerüchten über den Staat der Juden. Wurden vor 1945 noch Juden direkt dämonisiert, ist es heute Israel.

      Das Schema des Antisemitismus ist dennoch gleich geblieben. Das zeigten die Pro-Palästinensischen Demonstrationen sehr deutlich und – was daran neu war – ohne den sonst üblichen verlogenen Vorwand der Israelkritik. Statt der kodierten Botschaft »Free Palestine« riefen die Teilnehmer aus, was sie damit eigentlich schon immer sagen wollten: »Hamas, Hamas, Juden ins Gas!«

      Verstehen Sie – lieber Pepe – also was ISRAELKRITIK™ bedeutet? Es ist eine Marke, ein Fetisch, ein beflügeltes Wort, hinter dem sich all diejenigen zu schützen versuchen, die noch immer in den alten Mustern des Judenhasses denken. Wenn Ihnen Menschenverachtung also so ein Gräuel ist, warum empören Sie sich dann auf diesem Blog für das Recht auf diese angebliche Israelkritik?

      Oder haben Sie am Ende von all dem nichts gewusst?

      • FCK ANTIDs Supporter sagt:

        euere Veranstaltung wurde auch auf der FCK ANTI-Ds Seite geteilt:

        https://www.facebook.com/AntiAntiD/photos/a.277340915747967.1073741831.277333695748689/367339850081406/?type=1

        Einige Infos über Wertmüller:
        Wertmüller zusammen mit Konservativen.

        Bereits 2006 hatte Justus Wertmüller, Chefredakteur der Bahamas, in seiner Rede auf einer Kundgebung gegen Ahmadinedschad in Frankfurt, bei der er gemeinsam mit dem damaligen CSU-Innenminister Günter Beckstein auftrat, deutsche Fahnen schwenkende christliche Fundamentalisten und andere Rechte als „verbindliche Freunde Israels” gelobt. Und er bot der Bundesregierung generös an, es dürften „in einem Meer von israelischen” ruhig auch ein paar schwarz-rot-goldene Banner wehen. Seine Bedingung: Deutschland müsse, wie Wertmüller forderte, bloß endlich zur „Verteidigung der Zivilisation”, die es „nur an der Seite Israels gibt”, entschließen und dafür notfalls auch seine „militärischen Ressourcen ausschöpfen”, um das Atomprogramm des Iran zu stoppen. (Mehr dazu findet man hier)

        Wertmüller setzt sich für eine „bedingungslose Solidarität“ mit Israel ein. Mit den Worten von Karl Marx zieht er das „allgemeine Nützlichkeits- und Brauchbarkeitsverhältniss“ des Kapitalismus vor gegenüber „einem auf Bluturenge, Natur und Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnisse gegründeten nur lokalen Zusammenhang“, wie Wertmüller es für die arabischen Gesellschaften konstatiert, und als regressive Zielvorstellung einer antisemitischen und antiamerikanischen Internationale befürchtet.

        In einem bekannten Interview hetzt Wertmüller im besten NPD-Jargon gegen die deutsche Linke, Antisemitismus und Antirassismus.

        (Weiter unten auf dieser Seite gibt es mehr Infos zu Bahamas, Wertmüller und Co)

        Schon allein aus diesen Gründen, vom dogmatischen Titel der Veranstaltung gar nicht zu sprechen, lehnen wir diese Veranstaltung in einem linksradikalem Zusammenhang ab und fordern die Absage derselbigen.

        GEGEN ANTIMUSLIMISCHE HETZE VON „LINKEN“!

  4. Pepe sagt:

    Hier ein Link für alle die noch nicht selber mal nach seinen Vorträgen geguckt haben.
    Reicht das nicht etwa?
    https://m.youtube.com/watch?v=kYWM0AzC81w

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